Leserbrief Bergedorfer Zeitung 18.04.2019

„Ausführliche Aufklärung”

Betr.: „Es gibt auch ein Recht auf Nicht-Wissen", Politik und Meinungs-Seite vom 12.04.2019

In meiner Praxis klären wir die werdenden Eltern sehr ausführlich über die Möglichkeiten sämtlicher Diagnostik in der Schwangerschaft auf.

Die stattgehabte Aufklärung, die auf einem vierseitigen Aufklärungsbogen schriftlich zu bestätigen ist, wird ergebnisoffen geführt und beginnt immer (!) mit der Aussage: „Sie haben das juristisch verbriefte Recht auf Nicht-Wissen".

Das beginnt selbstverständlich beim Ultraschall (!) und endet bei den modernen Möglichkeiten der Erbanlagenanalyse, sprich z.B. NIPD (nicht invasive Pränataldiagnostik).
Vor einem Jahr begleitete ich eine Schwangere mit einem Baby, das neben einem Herzfehler einen offenen Bauch und den Magen auf der falschen Seite hatte... bei gesunden Erbanlagen, die die Patientin sekundär untersuchen ließ.
Es ist demnach auch der Ultraschall in der Schwangerschaft auf den Prüfstand zu stellen.
Dr. Annette Klöpper
21029 Hamburg