Leserbrief Bergedorfer Zeitung

„Es handelt sich um eine informelle Qualifizierung”

Betr.: „Sensible Hände gegen Brust-krebs", Bergedorf-Seite, 23. 9. 2020

 

„Ausbildung zur MTU“? Eine Ausbildung in einem staatlich anerkannten Beruf wird durch das Berufsbildungsgesetz geregelt. Vor einer staatlichen Stelle, wie z.B. bei der Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten oder der Hebammen, wird nach dreijähriger Ausbildung von der Ärztekammer eine Prüfung abgelegt. Davon ist hier nichts zu lesen. Der Patientin wird vorgegaukelt, dass es sich um eine verlässliche, ihrer Sicherheit dienende Maßnahme handelt, für die sie zudem privat zahlt. Tatsächlich handelt es sich um eine informelle Qualifizierung, die ggf. in falscher Sicherheit wiegt oder grundlose Sorge auslöst, auf jeden Fall ohne jeden wissenschaftlichen Hinter-grund ist. Leider fehlt jeglicher Hinweis auf eigenverantwortliches Handeln, um die Brust-Gesundheit zu erhalten: Normgewicht, Sport, rauch- und alkoholfreies Leben, Vitamin D, gesunde Ernährung, ressourcengerechte Lebensführung. Die Brust-Gesundheit zu erhalten, ist oberstes Ziel. Brust-Krebs-Früherkennung ist als sekundäres Ziel wichtig, jedoch mit verlässlichen und in der Rückschau kontrollierbaren Verfahren. Dieses ist durch Leitlinien geregelt. Für mich gilt gegenüber jeder Patientin, die sich an mich wendet, der Grundsatz: Primum non nocere: auf keinen Fall schaden.

 

Dr. Annette Klöpper
20129 Hamburg